Konzept

Die SpoKs ist eine sportorientierte Kompaktschulung für Menschen mit Multipler Sklerose, die als Kooperationsprojekt der Hochschule Fresenius (Idstein), der Universität des Saarlandes und sieben Landesverbänden der DMSG (Landesverbände Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland & Schleswig-Holstein) ins Leben gerufen wurde und von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung im Rahmen von MitMiSsion gefördert wird.

Hintergrund 

Viele MS-Betroffene wissen mittlerweile, dass Sport eine gesundheitsfördernde und therapeutische Maßnahme darstellt. Sowohl bei Gesunden als auch bei chronisch Erkrankten schützt regelmäßiges sportliches Training vor zahlreichen (Zivilisations-)Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes Mellitus, Herzinfarkt, Krebs uvm.) und wird daher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Darüber hinaus konnten zahlreiche Studien zu MS und Sport belegen, dass durch regelmäßige sportliche Aktivität Symptome wie Fatigue, Depression und Gangprobleme reduziert sowie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gesteigert werden können. Darüber hinaus kann die Lebensqualität erhalten und/oder gesteigert werden und die Teilnahme am sozialen Leben (Familienaktivitäten, Ausüben einer beruflichen Beschäftigung, Ausflüge mit Freunden, uvm.) positiv beeinflusst werden.

Neben den gesundheitsrelevanten Funktionen stellt Sport auch ein wichtiges soziales und kulturelles Element dar. Sport fördert Gemeinschaft, pflegt soziale Kontakte und bringt viel Spaß und Freude. Dabei gibt es vielfältige Möglichkeiten sich körperlich auszudrücken, von langsamen Körperübungen aus dem Yoga und Tai Chi, über Mannschafts- und Individualsportarten wie Volleyball oder Leichtathletik bis hin zum Kontaktsport.

Dennoch zeigen Untersuchungen, dass MS-Betroffene weniger sportlich aktiv sind als Gesunde und anders chronisch Erkrankte. Die Gründe dafür sind vielfältig: zu müde, zu viele körperliche Einschränkungen, keine Zeit, Unwissenheit, Angst vor Überforderung, Schmerzen und/oder fehlende Motivation. Es ist wichtig, dass MS-Betroffene nicht nur an einem pauschalen Sportprogramm teilnehmen, sondern dass ihnen Wissen und Kompetenzen zu einem selbstständigen Training vermittelt werden und sie Experte ihres individuellen Sportprogramms werden.

Ziele der SpoKs

Mit den sportorientierten Kompaktschulungen (SpoKs) versuchen wir, MS-Betroffene (und nicht-betroffene Begleitpersonen)…

  • in Theorie und Praxis auszubilden,
  • auf Besonderheiten bei Multiple Sklerose hinzuweisen,
  • Trainingsgrundlagen und -kompetenzen zu vermitteln
  • Selbstmanagement-Kompetenzen zu vermitteln (Barrieren, Förderfaktoren und  Knock-out Kriterien identifizieren und Problemlöse-Strategien entwickeln)

Letztgenanntes ist wichtig, da nicht nur die Inhalte und Dosierungen von Trainings- oder Therapieeinheiten selbst, sondern auch Faktoren wie Rahmenbedingungen, Alltagsanforderungen, Stress und Regenerationsperioden einen maßgeblichen Einfluss darauf haben, ob  Training langfristig zum Erfolg führt oder nicht.

Kurzum: Ziel ist es allen Teilnehmern ein selbstgesteuertes und nachhaltiges Training über die Schulung hinaus zu ermöglichen.

Unterschied der SpoKs zu anderen Schulungen und Sportprogrammen

Schwerpunkt unserer Schulungsmaßnahmen liegt auf einer individuellen, flexiblen und persönlichen Betreuung. Aus unserer Sicht müssen die individuellen Bedürfnisse von MS-Betroffenen berücksichtigt werden, um so die selbstständige und sinnvolle Trainingsgestaltung sowie den nachhaltigen Trainingserfolg nicht zu gefährden.

Zudem trägt der Faktor „Gruppe“ zur Sportmotivation bei, da das Miteinander erlebt wird. Das gemeinsame Bewältigen von Bewegungsaufgaben steht im Fokus – nicht die Krankheit – und alle Teilnehmer lernen gegenseitig von ihren Erfahrungen. Die eigenen und die Erfolge der Trainingskollegen werden wahrgenommen, was die Bedeutsamkeit und den Nutzen des Trainings besonders hervorhebt.

Vor diesem Hintergrund ermöglichen unsere sportorientierten Kompaktschulungen eine individuelle Betreuung und bieten eine gute Alternative für diejenigen Betroffenen, für die pauschale Sportprogramme nicht geeignet erscheinen sowie für sportinteressierte Paare oder Freunde,  die einen gemeinsamen sportlichen Weg bestreiten wollen.